Wilhelm Gronbach GmbH geht in die Eigenverwaltung

  • Erfahrene Sanierungsexperten von Anchor unterstützen die Geschäftsführung als (Sanierungs-)Geschäftsführer im Eigenverwaltungsverfahren
  • Geschäftsbetrieb an allen Standorten läuft in vollem Umfang weiter
  • Die Löhne und Gehälter der rund 180 Mitarbeitenden am Standort Wasserburg am Inn sind bis einschließlich Juni über das Insolvenzgeld gesichert
  • Internationale Gruppenstandorte in Österreich, Italien und der Slowakei sind nicht vom Verfahren betro

Wasserburg am Inn, 17. April 2026. Die Wilhelm Gronbach GmbH führt die bereits vor mehr als einem Jahr begonnenen Sanierungsbemühungen fort und stellt sich im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung neu auf. Das Unternehmen hat beim zuständigen Amtsgericht einen entsprechenden Antrag gestellt, um die Restrukturierung in einem sogenannten Eigenverwaltungsverfahren zum Abschluss zu bringen. Das Amtsgericht Rosenheim hat dem Antrag stattgegeben und bestellte zudem Rechtsanwalt Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Sachwalter, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleitet.

Eigenverwaltung als nächster Schritt der Restrukturierung

„Wir haben bereits in den vergangenen Monaten tiefgreifende Maßnahmen zur Anpassung an die veränderten Marktbedingungen eingeleitet. Mit dem nun gewählten Weg der Eigenverwaltung können wir diesen Sanierungsprozess bei vollem Geschäftsbetrieb und mit der notwendigen rechtlichen Sicherheit zu Ende führen“, erklärt Xaver Auer, Geschäftsführer der Gronbach Gruppe. Die Geschäftsführung am Standort Wasserburg bleibt im Eigenverwaltungsverfahren voll handlungsfähig und wird durch die erfahrenen Sanierungsexperten Markus Fauser und Johannes Chrocziel von der KanzleiAnchor unterstützt, die als (Sanierungs-)Geschäftsführer fungieren. „Wir werden uns nun mit aller Kraft um die weitere Sanierung kümmern und alles in die Wege leiten, um die Wilhelm Gronbach GmbH in Wasserburg zu stabilisieren und eine tragfähige Lösung zu erarbeiten“, betont Markus Fauser von Anchor.

Internationale Standorte der Gronbach Gruppe nicht betroffen

Das Eigenverwaltungsverfahren umfasst nur die Wilhelm Gronbach GmbH am Standort Wasserburg am Inn (Division Ventilation & Surfaces). Die weiteren internationalen Standorte der Gruppe in Niederndorf (Österreich), Michalovce (Slowakei) und Laag (Italien) sind nicht Teil des Verfahrens. Diese waren und sind finanziell und organisatorisch eigenständig. Der Geschäftsbetrieb läuft an allen Standorten der Unternehmensgruppe, auch in Wasserburg, in vollem Umfang weiter.

Die Löhne und Gehälter der rund 180 Mitarbeitenden sind für die Monate April bis Juni über das Insolvenzgeld gesichert. Der vorläufige Sachwalter Volker Böhm wird die Geschäftsführung im Eigenverwaltungsverfahren am Standort Wasserburg konstruktiv begleiten: „Das Verfahren in Eigenverwaltung und die eingeleiteten Maßnahmen schaffen eine tragfähige Grundlage für die Neuausrichtung“, so Böhm.

Ein bayerisches Traditionsunternehmen im Wandel

Die Wilhelm Gronbach GmbH in Wasserburg ist Teil der Wilhelm Gronbach Gruppe. Diese wurde 1964 von Dipl.-Ing. Wilhelm Gronbach gegründet und entwickelte sich über Generationen hinweg zu einem Premium-Zulieferer der Hausgeräteindustrie. Das Familienunternehmen ist auf die Bereiche Lüftungstechnik, Oberflächenveredelung, Gerätebau und Kinematik spezialisiert. Als strategischer Zulieferer bedient die Gruppe mit insgesamt rund 700 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über 125 Mio. € namhafte Kunden aus der Hausgeräteindustrie, Automotive und Medizintechnik.

Die Branche verzeichnet seit Ende 2022 eine deutliche konjunkturelle Abschwächung. Die anhaltende Inflation und geopolitische Unsicherheiten führen zu einer ausgeprägten Investitionszurückhaltung der Endverbraucher, insbesondere im Segment Küchenmöbel und Haushaltsgeräte. Zusätzlich belastet wurde die Situation durch strategische Volumenreduzierungen und den Abzug von Kernprodukten auf der Großkundenseite im vierten Quartal 2025. Dieser Schritt zwang das Unternehmen zu einer kurzfristigen und tiefgreifenden Anpassung der Produktionskapazitäten und machte eine Intensivierung der bereits durchgeführten und weiter geplanten Sanierungsmaßnahmen erforderlich 

Erhebliche Belastung der Ertragslage

Massive Kostensteigerungen in der Beschaffung sowie infolge von Lohnsteigerungen konnten aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks nicht in ausreichendem Maße an Kunden weitergegeben werden. Dies führte zu einer erheblichen Belastung der Ertragslage. „Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Diversifizierung und strukturellen Anpassung konnten aufgrund der rasanten Marktentwicklung nicht in der notwendigen Geschwindigkeit außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens umgesetzt werden. Das Verfahren in Eigenverwaltung bietet nun den rechtlichen Rahmen, um diese Transformation beschleunigt und nachhaltig zum Abschluss zu bringen“, erklärt Markus Fauser.

Ausblick auf die Sanierung

In den kommenden Wochen wird die Geschäftsführung der Wilhelm Gronbach GmbH in Wasserburg gemeinsam mit den Experten von Anchor den bereits eingeschlagenen Sanierungspfad fortführen. „Das Vertrauen unserer Partner und Kunden ist die Basis für den Erfolg dieses Verfahrens. Wir sind zuversichtlich, dass wir durch die enge Abstimmung zwischen Geschäftsführung und Sachwalter eine tragfähige Lösung für das Unternehmen finden werden“, erklärt Xaver Auer abschließend.

Die rechtliche Begleitung und Stellung des Insolvenzantrags erfolgte unter der Federführung von Dr. Hendrik Boss, Partner bei Taylor Wessing.

Über Gronbach

Die 1964 gegründete Gronbach Gruppe ist ein internationaler Premium-Anbieter für High-End-Lösungen in der Metall- und Kunststoffverarbeitung. Das Familienunternehmen ist auf die Bereiche Lüftungstechnik, Oberflächenveredelung, Gerätebau und Kinematik spezialisiert. Als strategischer Zulieferer bedient die Gruppe mit insgesamt rund 700 Mitarbeitenden namhafte Kunden aus der Hausgeräteindustrie, Automotive und Medizintechnik. Am Standort Wasserburg am Inn fertigt die Wilhelm Gronbach GmbH   hochwertige Komponenten und Gebläsesysteme für Weltmarken wie Miele, Liebherr und BSH.

Über Anchor

Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und über 200 Mitarbeitenden in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.

Über Schultze & Braun

Schultze & Braun ist ein führender Dienstleister für Insolvenzverwaltung und Beratung im Sanierungs- und Insolvenzrecht. Mit über 500 Mitarbeitern an mehr als 30 Standorten in Deutschland und dem europäischen Ausland unterstützt Schultze & Braun Unternehmen vor Ort, bundesweit und international in allen rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

(Quelle: KlartextPR)

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